Männer, Familie, Ehrenamt

Engagement eint die drei großen Themen Männer, Familie, Ehrenamt im Institut für Kirche und Gesellschaft. Engagiert waren und sind etwa 4000 Männer in Gemeindegruppen oder Vater-Kind-Projekten der Männerarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen. Viele von ihnen leiten Männertreffen, Gesprächkreise und organisieren Studienreisen. Andere engagieren sich für aktive Vaterschaft im Rahmen der Vater-Kind-Agentur. Ihr Engagement hat Wurzeln in Verbänden und Vereinen evangelischer Männer. Einige Gruppen schauen auf eine 125 jährige Tradition zurück. Heute ist die evangelische Männerarbeit im Institut für Kirche und Gesellschaft zu Hause. Über die Vater-Kinder-Arbeit fanden die Familien unser Interesse. Familie ist ein einzigartiger Lebensraum und verbindet Generationen. Familien leben vom Engagement derer, die sich als Familie verstehen. Sie werden lebendig, wo sich Menschen füreinander einbringen. Evangelisch motiviert engagieren sich Haupt-, Neben- und Ehrenamtliche im guten Miteinander für unsere Gesellschaft. Junge wie alte Menschen unterschiedlicher Prägungen zeigen darin, wie bereichernd lebendige, engagierte Vielfalt ist.
Einen Ausschnitt dieser Vielfalt zeigen die Internetseiten dieses Fachbereichs.

35 Jahre nach dem Supergau: Politische Lehren aus Tschernobyl und Solidarität mit Belarus sind immer noch aktuell

Als vor 35 Jahren, am 26. April 1986, der 3. Reaktorblock im AKW Tschernobyl explodierte, gingen über 70% des Fallouts auf das Territorium der heutigen Republik Belarus nieder. Die zuständigen staatlichen Behörden ignorierten zunächst weitgehend die mit der radioaktiven Strahlung verbundenen Gefahren für die Gesundheit von Millionen Menschen. Erst drei Jahre später gelang es mutigen Wissenschaftlern und Bürgerinitiativen die Geheimhaltungspolitik des Staates aufzubrechen. Ab 1990 gab es umfangreiche staatliche Programme, um die Folgen der Reaktorkatastrophe einzudämmen und zu mildern. Ihre Umsetzung war nach der Auflösung der Sowjetunion eine enorme finanzielle Belastung für die junge Republik Belarus. Sie konnte daher nur durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure gelingen.

Ein herausragendes Beispiel für diese Solidarität ist das Kinderzentrum NADESHDA, das 1992 von deutschen Solidaritätsgruppen gemeinsam mit einer belarussischen Bürgerinitiative sowie unter Beteiligung des Staates gegründet wurde. In dieser Erholungs- und Rehabilitationseinrichtung konnten sich seit seiner Eröffnung im September 1994 über 100 000 Kinder in mehrwöchigen Ferienaufenthalten erholen. Mit der Unterstützung durch deutsche Vereine und weiteren Solidaritätsgruppen aus mehreren europäischen Ländern, Japan und den USA wurden zahlreiche innovative Projekte der Gesundheitserziehung, der Erlebnispädagogik sowie der Energieeffizienz und erneuerbarer Energien durchgeführt. So nahm das Kinderzentrum NADESHDA Mitte der 1990er Jahre als erste Einrichtung in Belarus an Schilddrüsenkrebs erkrankte Kinder auf. Seit drei Jahren bietet es als einziges Sanatorium auch Kindern mit Behinderung eine ganzjährige Betreuung und Förderung. Zudem bezieht das Kinderzentrum NADESHDA seit 2017 seinen Strombedarf zu 95% aus Solarstrom.

Die aktuelle politische Krise und die zunehmende Spaltung der Gesellschaft in Belarus erfüllen uns daher mit großer Bestürzung und Sorge. Die staatliche Reaktion auf die Covid-19-Pandemie zeigt, dass die zentralen politischen Lehren aus Tschernobyl vergessen wurden. Wie nach dem Supergau wird das Ausmaß der Pandemie verheimlicht und verharmlost; Aussagekräftige Zahlen über die Erkrankungs- und Sterberate werden nicht veröffentlicht. Ebenso lässt die offizielle Informationspolitik zum neuen AKW, das im November 2020 in Betrieb genommen wurden, viele Fragen offen. Statt um das Vertrauen der Gesellschaft zu werben und die Wahrheit mit ihr zu teilen, konzentriert sich die politische Führung darauf, Andersdenkende zu verfolgen und zentrale Grundrechte massiv einzuschränken.

Vor 35 Jahren führte die Nuklearkatastrophe zu einer kollektiven Traumatisierung der belarussischen Bevölkerung. Sie wies aber auch den Weg zu einem zivilgesellschaftlichen Aufbruch und einem neuen Verhältnis von Staat und Gesellschaft. Das Motto "Tschernobyl mahnt" gilt daher weiterhin. Das Kinderzentrum NADESHDA und alle zivilgesellschaftlichen Kräfte in Belarus brauchen heute unsere Unterstützung und Solidarität. Mit ihnen teilen wir die Hoffnung, dass die politische Systemkrise letztendlich durch einen konstruktiven Dialog der politischen Führung mit allen Bürgerinnen und Bürgern überwunden wird und es zu keiner Neuauflage des Kalten Kriegs in Europa kommt. Denn die globalen und nationalen Herausforderungen, die sich aus dem Klimawandel, dem demographischen Wandel, der Digitalisierung u.a. ergeben, sind so groß, dass sie sich nur gemeinsam lösen lassen.

Kontakt: Freunde von Nadeshda in Deutschland e.V., c/o Leben nach Tschernobyl e.V., Ludolfusstr. 2-4, 60487 Frankfurt, http://www.freunde-nadeshda.de/ Astrid Sahm (Vorsitzende), Ralf Höffken (stellvertr. Vorsitzender)

"Mach das Beste aus der Zeit" - Das Jahresprogramm 2021 der westfälischen Männerarbeit

„Macht das Beste aus der Zeit“ – ein Vers aus dem Kolosserbrief gibt in der Männerarbeit den Takt an für das neue Jahr. Zeitlos gültig wirkt das und doch wie gemacht für diese Zeit, in der ein Thema alle gleichzeitig in Atem hält. Jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken oder die Ohren hängen lassen, so lese ich diesen Vers in diesen Zeiten, sondern nach den Möglichkeiten suchen, die diese Zeit trotz allem bietet.

„Macht das Beste aus der Zeit“ – eine Herausforderung in Pandemie-Zeiten, auch für uns in der Männerarbeit. Vieles, was wir geplant hatten, konnte 2020 nicht stattfinden – und vieles, was wir für das Jahr 2021 vorhaben, steht unter dem Vorbehalt, wie sich das Infektionsgeschehen weiter entwickelt.

„Macht das Beste aus der Zeit!“ Das ist gleichzeitig eine kraftvolle Aufforderung, dem Trend zur Privatisierung und zum Rückzug in die eigenen vier Wände zu widerstehen und danach Ausschau zu halten, wie Gutes gelingen kann für Männer, für Menschen aller Geschlechter, für eine Gesellschaft, die vor zahlreichen Herausforderungen steht – auch in der Frage der Geschlechtergerechtigkeit.    

Wir in der Männerarbeit freuen uns auf vielfältige Begegnungen, spannende Themen und lebendigen Austausch im Jahr 2021.

Jahresprogramm 2021

Broschüre informiert über Aktivitäten der LAG „Väter NRW“

Die Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit in Nordrhein-Westfalen wurde am 8. Januar 2016 von 35 Männern und Frauen aus 22 verschiedenen Organisationen gegründet und versteht sich als Schnittstelle zwischen den Initiativen vor Ort und den landespolitischen Entscheider*innen. Die LAG will erreichen, dass der Sinn und Vielfalt von Väterarbeit stärker bekannter und dass Väter-Politik stärker als gesellschaftliche Querschnittsaufgabe wahrgenommen wird. Insbesondere in den Bereichen Familien- und Gleichstellungspolitik, Bildungs-, Rechts-, Arbeits- und Sozialpolitik möchte die LAG Väterarbeit NRW aktiv werden. Die Vaterkindagentur der Männerarbeit ist Mitglied bei der LAG Väter. Im Vorstand der LAG vertritt Jürgen Haas die Interessen der Väter und bringt Erfahrungen aus der Familienbildung ein.

Die Broschüre können Sie hier downloaden.

Martin Treichel ist neuer Vorstandsvorsitzender der eaf-nrw

Mit dem 1. Januar 2018 hat Martin Treichel das Amt des Vorstandsvorsitzenden der eaf-nrw von Helga Siemens-Weibring übernommen. Stellvertreter bleibt Frank Weber. Frau Siemens-Weibring wird weiterhin Mitglied des Vorstandes der eaf-nrw sein. Martin Treichel ist als Landesmännerpfarrer und Leiter des Fachbereichs Männer, Familie, Ehrenamt im Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen intensiv mit dem Thema Familie verbunden und  leitete im Kirchenkreis Hattingen-Witten auch den Kindergarten-Trägerverbund.

Lesen Sie hier ein interessantes Interview mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden: Interview eaf-nrw

Kontakt

Kathrin van Meegen
Sekretariat
02304/755 308
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